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API – Application Programming Interface

Was ist eine API?

API steht für Application Programming Interface – auf Deutsch meist Programmierschnittstelle genannt.
Ganz vereinfacht:

Eine API ist eine klar definierte Schnittstelle, über die ein Programm mit einem anderen Programm oder Dienst sprechen kann.

Statt dass zwei Programme sich „im Inneren“ kennen müssen, einigen sie sich auf:

  • Welche Funktionen es gibt (z. B. „Benutzer anlegen“, „Daten abholen“),

  • Welche Daten man hinschicken muss (z. B. Name, E-Mail, Passwort),

  • Welche Daten man zurückbekommt (z. B. Status = OK, Benutzer-ID).

So können Systeme miteinander arbeiten, obwohl sie von unterschiedlichen Firmen, in unterschiedlichen Sprachen oder auf unterschiedlichen Servern entwickelt wurden.


Ein greifbarer Vergleich aus dem Alltag

Stell dir eine API wie die Speisekarte in einem Restaurant vor:

  • Auf der Karte steht genau, was du bestellen kannst (Funktionen der API).

  • Du füllst deine Bestellung aus: „1x Pizza Margherita“ (das sind deine Request-Daten).

  • Der Kellner (die API) nimmt deine Bestellung entgegen, geht damit in die Küche (interne Logik, Datenbank, Business-Logik),
    und bringt dir später deine Pizza zurück (Response).

Wichtig:
Du musst nicht wissen, wie der Ofen funktioniert, welche Marke der Käse hat oder wie die Küche organisiert ist.
Du brauchst nur die „Schnittstelle“ Speisekarte + Kellner zu verstehen.
Genauso ist es bei einer API: Du musst die Dokumentation kennen, nicht das Innenleben des Systems.


Warum sind APIs so wichtig?

APIs sind heute Grundvoraussetzung dafür, dass moderne IT-Systeme funktionieren. Sie ermöglichen:

  • Integration: Ein ERP-System spricht mit einem Shop-System, einem CRM, einer Buchhaltungssoftware etc.

  • Automatisierung: Daten werden automatisch übertragen, ohne dass jemand CSV-Dateien hin und her schieben muss.

  • Erweiterbarkeit: Neue Programme können an bestehende Systeme „angedockt“ werden.

  • Standardisierung: Statt individueller „Speziallösen“ gibt es klare Regeln, wie Systeme sich austauschen.

Gerade bei Dingen wie:

  • Online-Shops,

  • Zahlungsabwicklung,

  • Versanddienstleister,

  • Social Media,

  • Cloud-Diensten

läuft praktisch alles im Hintergrund über APIs.


Typische Arten von APIs

Es gibt viele Arten von APIs, ein paar der wichtigsten:

1. Web-APIs / HTTP-APIs / REST-APIs

Das sind heute die gebräuchlichsten:

  • Kommunikation erfolgt über HTTP (wie beim normalen Webseiten-Aufruf).

  • Man sendet Requests an eine URL, z. B.:
    https://api.beispiel.de/users/123

  • Man bekommt Daten zurück, meist im Format JSON oder XML.

Beispiele:

  • Eine Zahlungs-API (z. B. Stripe, PayPal), um Kreditkartenzahlungen abzuwickeln.

  • Eine Versand-API, um Paketscheine zu erzeugen oder Sendungsstatus abzurufen.

  • Eine Google Maps API, um Karten, Routen oder Geokoordinaten abzurufen.


2. Betriebssystem-APIs

Jedes Betriebssystem (Windows, Linux, macOS, Android, iOS…) bietet APIs, mit denen Programme:

  • Dateien lesen/schreiben,

  • Fenster anzeigen,

  • Netzwerkverbindungen öffnen,

  • Hardware nutzen können (z. B. Kamera, Mikrofon).

Ein Programmierer muss dann nicht jedes Mal neu erfinden, wie man eine Datei auf einer Festplatte speichert – er ruft einfach die API des Betriebssystems auf.


3. Bibliotheks- oder Framework-APIs

Wenn du eine Bibliothek oder ein Framework verwendest (z. B. jQuery, .NET, Laravel, Spring, etc.), dann arbeitest du auch mit APIs – nämlich mit den:

  • Funktionen, Klassen, Methoden,

  • die dir diese Bibliothek zur Verfügung stellt.

Die Dokumentation der Bibliothek ist im Grunde die Beschreibung ihrer API.


Wie sieht das ganz konkret aus?

Ein einfaches Beispiel für eine Web-API:

  • URL: https://api.meinshop.at/orders

  • Methode: POST

  • Request-Body (JSON):

    {
    "customer_id": 123,
    "items": [
    { "product_id": 55, "quantity": 2 },
    { "product_id": 81, "quantity": 1 }
    ],
    "payment_method": "creditcard"
    }

Die API prüft:

  • Gibt es den Kunden?

  • Sind die Produkte verfügbar?

  • Ist die Zahlungsart gültig?

Dann antwortet sie mit einem Response, z. B.:

{
"status": "success",
"order_id": 9876,
"total": 129.90,
"currency": "EUR"
}

Das aufrufende System (z. B. ein Webshop oder ein ERP-System) kann damit weiterarbeiten, ohne zu wissen, wie intern die Bestellung verarbeitet wurde.


Vorteile einer guten API

Eine gut gemachte API ist:

  • Stabil: Sie ändert sich nicht ständig – damit Integrationen nicht dauernd kaputtgehen.

  • Gut dokumentiert: Es ist klar beschrieben,

    • welche Endpunkte es gibt,

    • welche Parameter möglich sind,

    • welche Antworten kommen.

  • Sicher: Zugriff nur mit Authentifizierung (z. B. API-Key, OAuth-Token).

  • Versioniert: Änderungen werden z. B. über /v1/, /v2/ sauber getrennt.


Kurz gesagt

  • Eine API ist wie ein standardisierter Vertrag zwischen zwei Systemen:

    • „Wenn du mir diese Daten in dieser Form schickst, dann gebe ich dir jene Daten zurück oder führe jene Aktion aus.“

  • Ohne APIs wären moderne IT-Landschaften aus ERP, CRM, Shop, Zahlungsdiensten, Logistik, Apps usw. kaum sinnvoll integrierbar.