RTO und RPO

RTO und RPO – Wiederanlaufzeit und Datenverlust erklärt

Was bedeuten RTO und RPO?

RTO und RPO sind die zwei zentralen Kennzahlen der Notfallplanung. Sie stammen aus dem Business Continuity Management, unter anderem aus der Norm ISO 22301.

  • RTO (Recovery Time Objective): der Zeitraum nach einem Vorfall, innerhalb dessen ein System, ein Dienst oder eine Tätigkeit wieder verfügbar sein muss. Kurz: Wie lange darf es stillstehen?
  • RPO (Recovery Point Objective): der Datenstand, auf den bei einer Wiederherstellung mindestens zurückgegriffen werden kann, damit weitergearbeitet werden kann. In der Praxis wird er als Zeitspanne angegeben. Kurz: Wie viele Daten dürfen verloren gehen?

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Unternehmen legt für seinen Dateiserver fest: RTO = 4 Stunden, RPO = 1 Stunde.

  • Nach einem Ausfall muss der Server spätestens nach 4 Stunden wieder nutzbar sein.
  • Es darf höchstens die Arbeit der letzten Stunde verloren gehen. Die Datensicherung muss also mindestens stündlich laufen.

Wie werden RTO und RPO festgelegt?

Die Werte werden pro System festgelegt, nicht pauschal für die ganze IT. Grundlage ist eine Business-Impact-Analyse (BIA). Sie beantwortet Fragen wie: Was kostet eine Stunde Stillstand dieses Systems? Und was kostet es, wenn ein halber Arbeitstag an Daten verloren geht?

Die RTO muss dabei kürzer sein als die maximal tolerierbare Ausfallzeit (englisch Maximum Tolerable Period of Disruption, MTPD) – also der Punkt, ab dem ein Ausfall für das Unternehmen nicht mehr verkraftbar ist.

Was RTO und RPO für die Technik bedeuten

Je kürzer RTO und RPO sein sollen, desto aufwendiger und teurer wird die Umsetzung: häufigere Sicherungen, Replikation auf ein zweites System oder ein bereitstehender Ausweichstandort. Umgekehrt kosten Sicherungen, die häufiger laufen als geschäftlich nötig, nur Geld und Speicherplatz. Gute Zielwerte sind deshalb immer ein Abwägen zwischen Risiko und Aufwand. Mehr dazu findest du im Backup-Leitfaden für KMU.

Kurz zusammengefasst

Die RTO beschreibt die Zeit bis zum Wiederanlauf, die RPO den maximal akzeptablen Datenverlust. Zusammen bestimmen sie, wie Backup und Disaster Recovery ausgelegt sein müssen.

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