Disaster Recovery

Disaster Recovery – Definition, Bestandteile & Praxis

Was ist Disaster Recovery?

Disaster Recovery (DR, deutsch etwa „Notfallwiederherstellung“) umfasst alle geplanten Maßnahmen, mit denen IT-Systeme, Anwendungen und Daten nach einem schwerwiegenden Ausfall wieder in Betrieb genommen werden. Auslöser können ein Hardwaredefekt, ein Cyberangriff wie Ransomware, ein Brand, ein Wasserschaden oder ein längerer Stromausfall sein.

Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) beschreibt den Disaster-Recovery-Plan als schriftlichen Plan, um ein oder mehrere Informationssysteme nach einem schweren Hardware- oder Softwareausfall oder nach der Zerstörung von Räumlichkeiten wiederherzustellen – bei Bedarf an einem Ausweichstandort.

Disaster Recovery, Backup und Business Continuity

Die drei Begriffe hängen zusammen, meinen aber nicht dasselbe:

  • Backup ist die Sicherheitskopie der Daten. Ohne Backup gibt es keine Wiederherstellung – ein Backup allein ist aber noch kein Plan.
  • Disaster Recovery legt fest, wie aus dem Backup wieder ein funktionierender Betrieb wird: in welcher Reihenfolge, durch wen, auf welcher Hardware und in welcher Zeit.
  • Business Continuity Management (BCM) ist der übergeordnete Rahmen. Es betrachtet das ganze Unternehmen, also auch Personal, Räume, Lieferanten und Kommunikation. Disaster Recovery ist der IT-Teil davon. Die maßgeblichen Normen sind ISO 22301 (Business Continuity) und ISO/IEC 27031 (IT-Bereitschaft für Business Continuity).

Bestandteile eines Disaster-Recovery-Plans

  • Kritische Systeme festlegen: Welche Anwendungen müssen zuerst wieder laufen – etwa ERP, E-Mail, Dateiserver oder Telefonie?
  • Zielwerte definieren: Wie lange darf ein System ausfallen (RTO) und wie viele Daten dürfen verloren gehen (RPO)?
  • Sicherungen getrennt aufbewahren: mindestens eine Kopie außerhalb des Produktivsystems, idealerweise nach der 3-2-1-Regel und mit einer Offline- oder unveränderbaren Kopie.
  • Wiederherstellung dokumentieren: Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Zuständigkeiten, sicher hinterlegte Zugangsdaten und Kontaktlisten, die auch ohne funktionierende IT erreichbar sind.
  • Regelmäßig testen: Erst ein erfolgreicher Wiederherstellungstest zeigt, ob der Plan in der Praxis funktioniert und die Zielzeiten erreichbar sind.

Warum Disaster Recovery gerade für KMU wichtig ist

Kleine und mittlere Unternehmen haben selten eine eigene IT-Abteilung, die im Ernstfall improvisieren kann. Ohne vorbereiteten Plan wird unter Zeitdruck entschieden, was zuerst wiederhergestellt wird – das verlängert den Stillstand und erhöht den Schaden. Ein einfacher, getesteter Plan schafft hier Klarheit. Wie du dabei vorgehst, erklären wir ausführlich im Blogartikel Disaster Recovery für KMU: Notfallwiederherstellung richtig planen.

Kurz zusammengefasst

Disaster Recovery ist der vorbereitete Weg zurück in den Betrieb nach einem schweren IT-Ausfall. Das Backup liefert die Daten, der Disaster-Recovery-Plan sorgt dafür, dass daraus in planbarer Zeit wieder ein funktionierendes Unternehmen wird.

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