Rund jedes zweite Unternehmen in Österreich mit mindestens zehn Beschäftigten nutzt bereits kostenpflichtige Cloud-Dienste, zeigen die aktuellen Zahlen von Eurostat für 2025. Am häufigsten ziehen E-Mail, Office-Programme und die Dateiablage in die Cloud. Doch eine Cloud-Migration ist mehr als ein Datenumzug: Wer ohne Plan startet, kämpft danach mit fehlenden Dateien, falschen Berechtigungen und verärgerten Mitarbeitern. Dieser Ratgeber zeigt in sechs Schritten, wie kleine und mittlere Unternehmen den Umstieg sicher planen und ohne Betriebsunterbrechung umsetzen.
Bei einer Cloud-Migration werden Daten, Programme oder ganze Server aus dem eigenen Büro in ein Rechenzentrum verlagert, das über das Internet erreichbar ist. Das kann ein Dienst wie Microsoft 365 sein, eine Branchensoftware als Online-Version oder ein virtueller Server in einem Rechenzentrum.
Wichtig: Cloud-Migration heißt nicht, dass alles in die Cloud muss. In vielen KMU ist am Ende ein Mix die beste Lösung – E-Mail und Dateien in der Cloud, eine spezielle Software weiterhin auf einem Server. Ob ein eigener Server für Sie noch sinnvoll ist, beleuchtet unser Vergleich Office 365 vs. eigener Server.
Am Anfang steht eine ehrliche Liste Ihrer IT. Nur wer weiß, was er hat, kann entscheiden, was umziehen soll:
Diese Liste ist auch ohne Cloud-Pläne Gold wert: Sie ist die Grundlage für jeden Notfallplan und jede IT-Budgetplanung.
Für jedes System aus der Bestandsaufnahme gibt es im Wesentlichen vier Möglichkeiten:
Legen Sie außerdem die Reihenfolge fest. Bewährt hat sich, mit einem überschaubaren System zu beginnen – oft E-Mail – und die kritischen Programme erst umzustellen, wenn das Team erste Erfahrungen gesammelt hat.

Lassen Sie uns Ihre Cloud-Migration gemeinsam planen.

Mit der Cloud geben Sie Daten an einen Dienstleister. Die DSGVO verlangt dafür einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28, den seriöse Anbieter standardmäßig bereitstellen. Prüfen Sie außerdem:
Auch Backups bleiben Ihre Aufgabe. Cloud-Anbieter sichern ihre Infrastruktur, für die Wiederherstellung versehentlich gelöschter oder verschlüsselter Daten sind aber Sie verantwortlich. Wie eine Sicherung richtig aufgebaut ist, zeigt der Leitfaden zur Datensicherung für Unternehmen.
Nach der Migration ist die Internetleitung Ihre wichtigste IT-Verbindung. Prüfen Sie vor dem Umstieg:
Planen Sie hier großzügig. Eine zu knappe Leitung ist der häufigste Grund, warum Mitarbeiter mit der Cloud unzufrieden sind.

Ein Umzug ist die beste Gelegenheit zum Ausmisten. Alte Projektordner, doppelte Dateien und Daten ehemaliger Mitarbeiter müssen nicht mit – das spart Zeit und Speicherplatz. Achten Sie besonders auf diese Stolpersteine, die auch Microsoft in seinem Migrationsleitfaden nennt:
Bevor alle umsteigen, testet eine kleine Pilotgruppe die neue Umgebung. Den eigentlichen Umzug legen Sie idealerweise auf einen Freitagnachmittag oder ein Wochenende, damit am Montag alle mit dem neuen System starten. Für die Übertragung gibt es bewährte Werkzeuge, etwa den Migration Manager von Microsoft für Dateifreigaben. Behalten Sie die alten Systeme noch einige Wochen im Lesezugriff, falls etwas fehlt.
Die beste Technik nützt wenig, wenn niemand weiß, wo die Dateien jetzt liegen. Planen Sie eine kurze Einschulung, eine einseitige Anleitung und eine Ansprechperson für die ersten Wochen. Klären Sie außerdem, wie es nach dem Umzug weitergeht:
Gerade diese laufenden Aufgaben werden gern unterschätzt. Eine Cloud-Umgebung muss genauso gepflegt werden wie ein Server – nur anders.
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Eine Cloud-Migration gelingt, wenn sie als Projekt geplant wird: erst Bestandsaufnahme und Ziele, dann Datenschutz, Internet und Datenbereinigung, schließlich ein getesteter Umzug mit gut vorbereiteten Mitarbeitern. Nicht jedes System muss in die Cloud – aber jedes braucht eine bewusste Entscheidung. Wer Schritt für Schritt vorgeht, profitiert von flexiblerem Arbeiten und weniger Hardware im Büro, ohne dass der Betrieb stillsteht.
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Antworten auf Ihre Fragen zur Cloud-Migration
Das hängt von Datenmenge, Anzahl der Systeme und Vorbereitung ab. Die Umstellung von E-Mail und Dateiablage für ein kleines Team ist oft in wenigen Wochen inklusive Planung und Pilotphase erledigt. Kommen Branchensoftware oder Server hinzu, sollten Sie mit einigen Monaten rechnen.
Ja. Voraussetzung sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter, ein geklärter Speicherort – idealerweise in der EU oder in Österreich –, sauber vergebene Zugriffsrechte und Schutzmaßnahmen wie Mehrfaktor-Authentifizierung. Dokumentieren Sie diese Punkte im Verzeichnis Ihrer Verarbeitungstätigkeiten.
Nein. Viele KMU kombinieren Cloud-Dienste für E-Mail und Dateien mit einem Server für Branchensoftware oder angeschlossene Geräte. Dieser Server kann im Büro bleiben oder in ein Rechenzentrum umziehen. Entscheidend ist, dass jedes System bewusst eingeplant wird.
Ohne Internet ist der Zugriff auf Cloud-Dienste eingeschränkt. Dateien, die mit OneDrive auf dem Gerät gespeichert sind, bleiben verfügbar und werden abgeglichen, sobald die Verbindung zurück ist. Eine zweite Internetleitung oder eine mobile Ausweichverbindung sorgt dafür, dass der Betrieb weiterläuft.